Der Pfarrgemeinderat

Das Gremium der Laien

 

Der Pfarrgemeinderat (PGR) ist ein Gremium der Mitverantwortung von Laien in katholischen Kirchengemeinden. In diesen Gremien zeigt sich der Wandel von einer vom Priester versorgten Pfarrei zu einer "mitsorgenden" Gemeinde. In der jetzigen Form gibt es die Pfarrgemeinderäte seit 1968. 

Die Mitglieder des Pfarrgemeinderates wirken bei der Leitung einer Kirchengemeinde mit. Der Pfarrgemeinderat soll in allen seelsorglichen Angelegenheiten einer Gemeinde Beschlüsse fassen oder mitberaten; für die finanziellen Belange der Pfarrei ist die Kirchenverwaltung zuständig. Beratend wird der Pfarrgemeinderat tätig bei allen Angelegenheiten, die dem Pfarrer als Leiter der Gemeinde übertragen sind. Außerdem soll der Pfarrgemeinderat die Interessen der Katholiken in der Öffentlichkeit vertreten und zu gesellschaftlichen Entwicklungen Stellung beziehen. 
Der Pfarrgemeinderat soll sich - wie eine christliche Gemeinde generell - für die Weitergabe des Glaubens, die Feier der Gottesdienste sowie für soziale Aufgaben einsetzen. Für die verschiedenen Bereiche setzt der Rat Sachausschüsse ein. 

 

Gruppenbild Pfarrgemeinderat St. Ulrich und Afra
Der Pfarrgemeinderat von St. Ulrich und Afra am 24.11.15 (Foto: Angelika Prem)

 

Eine Zustimmung des Pfarrgemeinderates soll eingeholt werden bei der Erstellung eines Planes für pastorale Schwerpunkte, bei wichtigen Fragen, die das Leben der Gemeinde betreffen, z. B. Gestaltung kirchlicher Festtage, Festlegung der Gottesdienstzeiten oder die Herausgabe eines Pfarrbriefes. Ist eine Zustimmung trotz gegenseitigem Bemühens nicht zu erreichen, so hat der jeweilige Entscheidungsträger seine abweichende Entscheidung gegenüber dem Pfarrgemeinderat zu begründen. 

Mindestens zwei Drittel der Mitglieder des Pfarrgemeinderates werden gewählt. Hinzu kommen alle hauptamtlichen Seelsorger sowie bis zu vier vom örtlichen Pfarrer im Einvernehmen mit den übrigen Mitgliedern bestimmte Personen. 

 

Satzungsgemäß gehören dem Pfarrgemeinderat an: 

  • die pastorale Leitung der Pfarrgemeinde (Pfarrer, Kaplan, Diakon, Pastoralreferenten und Gemeindereferenten)
  • sowie ein Vertreter der übrigen hauptamtlichen Mitarbeiter der Kirchenstiftung

Der Pfarrgemeinderat soll mitwirken beim Aufbau einer lebendigen Pfarrgemeinde. Dies geschieht in vielfältiger Weise: Als Pastoralrat berät und unterstützt der PGR den Pfarrer in seinen Aufgaben. Als Organ des Laien-Apostolats wird er in eigener Verantwortung tätig, berücksichtigt hierbei aber auch die Eigenständigkeiten der pfarreilichen Gruppen und Verbände.

 

Innerhalb der Gemeinde:

  • weckt und fördert er die Mitarbeit und Mitverantwortung aller Gemeindemitglieder,
  • legt der PGR die pastoralen Schwerpunkte seiner Arbeit im Rahmen der aktuellen Situation in der Pfarrgemeinde fest,
  • bringt er Anregungen und Vorschläge für die Gestaltung von liturgischen Feiern und Gottesdiensten ein,
  • trägt er Sorge um den diakonischen Dienst im caritativen und sozialen Bereich,
  • informiert er in regelmäßigen Abständen die gesamte Pfarrgemeinde über seine Arbeit.

 

Außerhalb der Gemeinde:

  • vertritt er die Pfarrgemeinde im Dekanatsrat und der Öffentlichkeit,
  • vermittelt der PGR die Verantwortung der Pfarrgemeinde im kirchlichen Bereich,
  • weckt er die Mitverantwortung für ein christliches Europa,
  • sucht und fördert der PGR die ökumenische Zusammenarbeit.